Da man in der ehemaligen deutschen Kolonie Papua Neuguinea vor der Entdeckung durch Weiße Kochgeschirr aus Metall nicht kannte, wurden traditionellerweise Speisen in einigen Gegenden des Landes im Erdofen (=Mumu) zubereitet, nämlich da, wo es keinen Ton für die Herstellung von Tongeschirr gab und außerhalb des Verbreitungsgebiets einer bestimmte Bambusart mit dicken Stängeln, die dann mit Speisen gefüllt und als Kochgeschirr verwendet wurden.
Die Zutaten für ein Mumu sind Süßkartoffeln, Taro, Yams und Kochbananen, Kokosnussmilch, "Kumu" (mehrerlei Grünzeug ähnlich wie Spinat), Ingwer, Schalotten, Geflügel und  Schweinefleisch. Da Kumu hier nicht oder nur selten erhältlich ist, haben wir es durch Weißkraut, Wirsing und Karotten ersetzt. Die anderen Zutaten sind in jedem besser sortierten Asien-Shop erhältlich. Das ganze wird normalerweise zum Garen auf heißen Steinen in Bananenblätter gewickelt. Letztere haben wir durch Alufolie (und Hasendraht zur Erhöhung der Reißfestigkeit) ersetzt. Das Prozedere ist denkbar einfach:
1. Steine im Feuer erhitzen (Vorsicht Verletzungsgefahr, Steine mit Quarzadern können zerplatzen),
2. Mumupaket auf heiße Steine legen und auch damit bedecken,
3. mit Bananenblättern und Erde bedecken (wir haben Gras und Erde verwendet),
4. eineinhalb Stunden garen lassen. Fertig, bon apetit!

Schmeckt leicht geräuchert, wie man sich vorstellen kann. Also, wenn mal plötzlich 50 oder 100 Leute zum Abendessen vor der Tür stehen und man gerade nicht ausreichend Kochgeschirr zur Hand hat, dann ist Mumu die Alternative.

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© Michael Schneider, 2006